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Jusos Mittelsachsen: Wanderwitz schlägt Sonderabgabe für Kinderlose vor

Allgemein

Jusos Mittelsachsen weisen Wanderwitzvorschlag zurück
Dramert: Wanderwitz macht schlechten Scherz

Nachdem der Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz einen Vorschlag eingebracht hat, kinderlose Menschen stärker zur Kasse zu bitten, regt sich Widerstand auch bei den mittelsächsischen Jusos. Der stellvertretende Juso-Kreisvorsitzende Kay Dramert erklärte: "Herr Wanderwitz macht seinem Namen alle Ehre, er wandert mit einem neuen Witz durchs Land." Es sei nicht Aufgabe des Staates, junge Menschen zu zwingen, Kinder in die Welt zu setzen. Dramert sieht viel mehr eine verfehlte schwarzgelbe Arbeitsmarktpolitik als Grund niedriger Geburtenraten. "Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen heute zeitlich und örtlich flexibel sein, schlechte Arbeitsbedingungen hinnehmen und teilweise zu geringen Löhnen arbeiten. Das sind für viele Paare Gründe, sich gegen Kinder zu entscheiden. Wir fordern daher Gute Arbeit und eine Arbeitswelt die Familien und Kinder fördert." stellt Dramert fest. Zudem könne niemand dafür bestraft werden, dass man einen anderen Lebensentwurf für sich gefunden habe. Aber auch Menschen, die für ihre Kinderlosigkeit nichts können, würden bestraft. "Das ist ein Schlag ins Gesicht für Männer und Frauen, die aus medizinischen Gründen keine Kinder haben können. Aber auch Homosexuelle werden bestraft, die selbst nur unter schwierigen Umständen Kinder bekommen können und denen Adoptionen verweigert werden."

Die Jusos Mittelsachsen schlagen vor, statt Kinderlose mit einer Sondersteuer zu belegen, mehr für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu tun. So müssten nach Vorstellungen der Jusos Kommunen bei der Schaffung von Kita-Plätzen unterstützt werden. Zusätzlich müssten Betriebe Unterstützung erhalten, die betriebseigene Kindertagesstätten für die Kinder ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen. "Um das zu finanzieren kann man auf die Herdprämie verzichten und dieses Geld in den Ausbau von Kindertagesstätten stecken." fordert der stellvertretende Jusochef.

Wanderwitz hatte zuvor bereits höhere Krankenkassenbeiträge für Dicke verlangt, sowie Griechenland aufgerufen, Inseln zu verkaufen um der Schuldenkrise entgegenzuwirken. Man brauche keine Bundestagsabgeordneten, die sich lediglich um ihre öffentliche Wahrnehmung kümmerten. "Statt mit sinnfreien und markigen Sprüchen zu Versuchen bundesweite Aufmerksamkeit zu erhaschen, solle sich Wanderwitz lieber darum kümmern, dass sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen bei uns im Landkreis verbessern. Das wäre die beste Familienförderung." fordert Dramert mit scharfen Worten abschließend.