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Kommunaler Jugendarbeit droht der Kahlschlag

Jugendpolitik

Der Landtagsabgeordnete und SPD-Vorsitzende von Mittelsachsen Henning Homann kritisiert die gestern bekannt gewordenen drastischen Kürzung der Jugendpauschale scharf und bezeichnen sie als „Katastrophe für die Jugendhilfelandschaft in Mittelsachsen“.

„Werden die geplanten Sparmaßnahme des Freistaates Realität, stehen zahlreiche Kinder- und Jugendeinrichtungen in Mittelsachsen vor dem Aus. Eine funktionierende Jugendhilfelandschaft ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Wer hier spart, legt die Axt an die Zukunft der jungen Generation,“ erklärt Henning Homann, der auch als kinder- und jugendpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion fungiert.

Die Jugendpauschale des Freistaates Sachsen muss, um von den Landkreisen in Anspruch genommen werden zu können, in der gleichen Höhe durch kommunale Mittel kofinanziert werden. Sie ist abhängig von den im Landkreis lebenden Kindern und Jugendlichen bis 27 Jahre. Somit wurden die Mittel des Freistaates für die kommunale Jugendarbeit gleich zweimal gekürzt: Einmal durch den demografischen Faktor (weniger 0-27jährige) und nun durch die Reduzierung des pro-Kopfbetrages um 4,30 € (von 14,70 € auf 10,40 €). Die schwarz-gelben Kürzungspläne bedeuten für Mittelsachsen damit einen Einnahmeausfall von ca. 300.000 Euro.

„Diese Kürzung der Jugendpauschale um immerhin 30% wird für einige wichtige und präventiv arbeitenden Projekte das Aus bedeuten“ prognostiziert Homann. Der Landkreis, der für dieses Jahr bereits erheblich Kürzungen im Jugendbereich vorgenommen habe, könne die neuen Einnahmeausfälle nicht ansatzweise kompensieren. „Das bedeutet, dass Jugendhäuser, mobile Jugendsozialarbeit, Schulsozialarbeit, Jugendgerichtshilfe- und Jugendberufshilfeprojekte, verbandliche Jugendarbeit und ehrenamtlich geführte Projekte in Frage gestellt werden“ gibt Homann zu bedenken. „Und was einmal weg ist, ist so schnell nicht wiederherstellbar. Denn hier geht es nicht um Schlaglöcher in Straßen, sondern um Beziehungsarbeit mit den jungen Menschen unseres Landkreises“ so Homann weiter.

Der SPD-Politiker fordert die betroffenen Jugendeinrichtungen, die freien Träger, die Städte und Gemeinden, sowie die regionalen Landtagsabgeordneten aller demokratischen Parteien dazu auf, in Dresden gegen die Kürzungen zu protestieren. Homann werde den Punkt am Montag in einem persönlichen Gespräch bei Landrat Uhlig ansprechen.