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Geballtes Aufkommen rechtsextremer Angriffe - aktueller Übergriff in Brand-Erbisdorf

Allgemein

Opferberatung Chemnitz,
RAA Sachsen e.V.,
09112 Chemnitz

Pressemitteilung

Mit der Bitte um Veröffentlichung.

Chemnitz, 12.06.2009

Alles neu macht der Mai? Geballtes Aufkommen rechtsextremer Angriffe im Wonnemonat.

Ein Rückblick aus Sicht der Opferberatung Chemnitz, RAA Sachsen e.V.

Die ersten warmen Tage lassen Neonazis in ihrer Gewaltbereitschaft vermehrt in Erscheinung treten.

Nachdem die Opferberatung Chemnitz für die ersten Monate des Jahres erfreulicherweise einen Rückgang an Fallmeldungen registrierte, kam es im gerade beendeten Mai zu einem starken Anstieg gemeldeter Fälle.

Der Opferberatung sind allein im Direktionsbezirk Chemnitz 13 Angriffe bzw. bedrohliche Situationen mit rechtsextremem Hintergrund bekannt geworden, die innerhalb der Maiwochen ausgeübt wurden.

Im Zusammenhang mit Christi Himmelfahrt, fanden geballt Angriffe bzw. bedrohliche Situationen, durch gewaltbereite Neonazis statt. Diese können Sie im Anschluss einsehen.

Für den Landkreis Mittelsachsen sind für den Monat Mai drei rechtsextreme Angriffe zu vermerken.

Darüber hinaus ereignete sich ein aktueller Übergriff im Landkreis: Erst am vergangenen Samstag, dem 06.06.09, griffen Neonazis alternative Jugendliche in Brand-Erbisdorf, bei Freiberg, an. Auf ihrem Weg vom Open-Air-Konzert des IMI e.V. fuhr ein roter Ford Fiesta zunächst an ihnen vorbei, aus dem heraus ein Neonazi den so genannten Hitlergruß zu den Jugendlichen zeigte. Kurz darauf wendete der PKW. Einer der Neonazis stieg, bewaffnet mit einer Stange, aus und schlug diese einem der Jugendlichen so enorm gegen den Kopf, dass eine Wunde entstand, die im Krankenhaus genäht werden musste. Neonazis suchten sich damit wiederholt Personen aus dem Umfeld des IMI e.V. für ihre Aggressionen aus.

Aus Sicht der Opferberatung zeigt dieser Angriff erneut, wie brutal Neonazis gegen Punks, antifaschistische oder alternative Jugendliche vorgehen, die sie ablehnen. Jemandem eine Stange mit voller Kraft gegen den Kopf zu schlagen, so dass die Wunde genäht werden muss, zeugt von keinerlei Hemmschwellen in der Umsetzung menschenverachtender Ideologie.

Rechtsextreme Übergriffe im Direktionsbezirk Chemnitz im Zusammenhang mit dem 21.05.09, Christi Himmelfahrt:

20.05. – Reichenbach, Vogtland: Am Vorabend des Männertags greifen Neonazis drei Jugendliche an, die ausdrücklich nicht rechts sind. Zunächst bedrängen die Neonazis die Jugendlichen und schlagen einen von ihnen. Anschließend schlägt einer der Neonazis die Autoscheibe der Jugendlichen ein.

21.05. - Zschopau, Erzgebirgskreis: Drei Neonazis greifen einen Döner-Imbiss an und beschimpfen die Anwesenden mit "Ausländer raus!". Die Täter versprühen laut Polizei in dem Geschäft Reizgas, bevor sie die Flucht ergreifen. Fünf Männer mit Irakischem, Türkischem und Libanesischem Hintergrund müssen wegen Augen- und Hautreizungen im Krankenhaus behandelt werden.

21.05. - Mühlau, Mittelsachsen: Mehrere alternative Jugendliche werden während eines Ausfluges von einer Gruppe Neonazis angegriffen. Die Angreifer gehen sehr gewaltvoll vor, so erleidet einer der Angegriffenen einen Bruch im Gesichtsbereich.

21.05. - Limbach- Oberfrohna, Landkreis Zwickau: Zwei Jugendliche werden in der Innenstadt von mehreren Personen als "Zecken" beschimpft. Nachdem sie mit Bier bespritzt werden, werfen die der rechten Szene Zugehörigen gezielt eine Bierflasche nach ihnen.

21.05. - Stadt Zwickau: An der Zentralhaltestelle schlagen zwei Angreifer einen Mann mit Indischem Hintergrund (35) mehrfach mit Fäusten in sein Gesicht. Die Verletzungen sind so stark, dass der Betroffene stationär behandelt werden muss. Ein Täter (25 Jahre) kann von der Polizei gestellt werden.

Ich stehe Ihnen für Rückfragen gern unter 0371/48 19 451 oder 0172/974 36 74 zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Juliane Wetendorf