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Mittelsachsen ist ein Zentrum rechter Gewalt

Allgemein

Jusos und Ver.di-Jugend sind schockiert über Anzahl rechter Gewalttaten im Landkreis

Mit Erschrecken haben die Jusos Mittelsachsen und die Ver.di Jugend Freiberg auf die Zahlen der Opferberatung des RAA Sachsen e.V. reagiert. Für 2009 wurden in Mittelsachsen 21 neonazistische Gewalttaten registriert mit insgesamt 34 Opfern. Dazu erklärt der Vorsitzende der Jusos Mittelsachsen, Tommy Jehmlich: „Diese Zahlen sind für uns nicht hinnehmbar. Jedes Jahr aufs neue erreichen uns so erschreckend hohe Zahlen. Jede Neonazi-Attacke ist eine zu viel.“ Bei insgesamt 263 solcher Angriffe im gesamten Freistaat liegt Mittelsachsen somit sachsenweit auf Platz 5.

Besonders solidarisch zeigen sich die Jusos mit dem erst vor kurzem angegriffenen christlichen Jugendclub in Mittweida. „In der Nacht vom 07. zum 08. Februar drangen Neonazis in das Haus ein und beschmierten die Wände mit rassistischer und antisemitischer Hetze, anschließend versuchten sie, vor dem Gebäude ein Holzkreuz anzuzünden. Man kann noch froh sein, dass es in dieser Nacht bei Sachbeschädigungen blieb und niemand verletzt wurde.“, so Jehmlich.

Benjamin Bark, Vorstand der Ver.di-Jugend Freiberg ergänzt: „Für uns belegen die Zahlen des RAA, dass Mittelsachsen nach wie vor ein deutliches Problem mit Rassismus und starken Neonazi-Strukturen hat. Dies bedeutet v.a. einen deutlichen Handlungsauftrag für die offiziellen Vertreter des Landkreises, die wir auffordern, Programme wie den lokalen Aktionsplan nicht nur zu sichern sondern deutlich auszubauen.“ Gleichzeitig betont die Ver.di Jugend, dass dem Problem allein von offizieller Seite nicht beizukommen ist. Vielmehr seien die Zahlen ein Auftrag an alle Mittelsächsinnen und Mittelsachsen, Zivilcourage zu zeigen.

In diesem Zusammenhang bezeichnete Jehmlich die angekündigten Kürzungen im Bereich der Jugendarbeit als fatales Zeichen: „Die Zahlen des RAA zeigen noch einmal drastisch, dass wir uns weitere Einsparungen in diesem Bereich nicht leisten können. Wer die Jugendarbeit schröpft, der reißt jene Lücken, in die Neonazis immer wieder vorstoßen. Langfristig wird uns das teuer zu stehen kommen.“

Abschließend kündigen die Jusos und die Ver.di Jugend an, sich den Neonazis aktiv entgegen zu stellen, wie am 13. Februar in Dresden, so auch am 05. März in Chemnitz, am 07. Oktober in Freiberg oder wo immer sie sonst noch versuchen, ihre menschenverachtende und geschichtsrevisionistische Ideologie zu verbreiten.“

In die Statistik des RAA Sachsen gehen nur Gewaltdelikte und schwere Sachbeschädigungen ein. 'Kleinere' Vergehen wie rassistische Beleidigung und Ähnliches sind nicht in den Zahlen enthalten.