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Mutter des Frauentages kommt aus Mittelsachsen

Allgemein


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von Mario Böhme

Vor nunmehr 100 Jahren wurde der Internationale Frauentag zum ersten Mal begangen. Die Tradition geht auf viele Wurzeln zurück, vornehmlich auf die Streiks von Textilarbeiterinnen in den USA schon Mitte des 19. Jahrhunderts. 1909 war es bei den Protesten in New York zu Massenverhaftungen gekommen. Nach zwei Monaten erbitterten Streiks mussten die Unternehmer einlenken Die Demonstrantinnen wehrten sich immer wieder gegen ungerechte Entlohnung, forderten bessere Arbeitsbedingungen und kürzere Arbeitszeiten. Sie wandten sich gegen Diskriminierung und schlechte Wohnbedingungen in den Industriestädten.

Später kam die politische Forderung nach dem Wahlrecht für Frauen dazu.

Auf Vorschlag von Clara Zetkin beschloss der Zweite Internationale
Sozialistische Frauenkonferenz 1910 in Kopenhagen - eine Versammlung von Vertreterinnen aus 17 Nationen - einen Internationalen Frauentag einzuführen. Dieser fand zum ersten Mal am 19. März 1911 in einigen Ländern Europas und in den USA statt.

Im Mittelpunkt stand die Frage der politischen Gleichstellung von Frau und Mann. In den folgenden Jahren schlossen sich Frauen in weiteren Staaten dieser Bewegung an; in Russland mündete der Streik von Petersburger Textilarbeiterinnen im Jahre 1917 in die Februarrevolution.

Seit 1922 wird der Tag weltweit immer am 8. März begangen. Wichtige Forderungen aus der Anfangszeit sind bis bis heute aktuell geblieben: gleicher Lohn für gleiche Arbeit, die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Aufstiegschancen in Führungspositionen.

*Clara Zetkin, Mitbegründerin des Frauentages, engagierte Arbeiter- und Frauenrechtlerin, Sozialistin und spätere Kommunistin wurde am 5. Juli 1857 in Wiederau (heute Ortsteil der Gemeinde Königshain-Wiederau) geboren und lebte hier bis 1872. In Wiederau erinnert das Museum in der Alten Dorfschule an Familie und Lebensweg dieser Persönlichkeit.