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SPD-Fraktion verleiht Frauenpreis 2011

Landespolitik

Preisträgerinnen aus Dresden, Wurzen und Leipzig gewürdigt

Die SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag hat zum 14. Mal den Frauenpreis verliehen. Um den Frauenpreis 2011 anlässlich des 100. Jahrestages des Internationalen Frauentages haben sich 50 Initiativen und Verbände beworben. Vor über 170 Gästen, die der Einladung in die Alte Börse in Leipzig gefolgt waren, erklärte Martin Dulig, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag: „Wir haben in diesem Jahr die Ausrichtung des Frauenpreises verändert und Initiativen und Vereine aufgerufen sich bei uns zu bewerben. Mit Beschluss des Doppelhaushaltes für die Jahre 2011/2012 hat die Staatsregierung eine gleichstellungspolitische Bankrotterklärung abgegeben und die Gleichstellungs- und Frauenarbeit mit Füßen getreten. Die derzeitige Förderung liegt unter dem Niveau von 1992. Wertschätzung gegenüber dem Thema und den vielen Engagierten sieht anders aus. Alle Bewerber und vorgeschlagenen Institutionen und Vereine haben deutlich gemacht, dass gute Frauenarbeit in Sachsen machbar ist. Sie tun dies besonders engagiert und mit großem Engagement.“

Den 1. Preis, dotiert mit 700 Euro, erhielt *sowieso* ‚Frauen für Frauen‘ aus Dresden. Der bereits 1990 gegründete Verein hat sich von Anfang an auf drei Schwerpunkte konzentriert: Beratung, Bildung und Kultur von Frauen für Frauen. Seit 2005 existiert eine psychosoziale Beratung für Frauen in Erwerbslosigkeit. Die angebotenen Beratungen richten sich an Frauen aller Altersgruppen, unabhängig von Religion und Nationalität. Der Verein ist zugleich Fachstelle für häusliche Gewalt im Großraum Dresden und hat 2010 über 900 Beratungen durchführen müssen.

Der 2. Preis, dotiert mit 500 Euro, ging an den ‚Verein in der DDR geschiedenen Frauen e.V. ‘ Initiativgruppe Leipzig. Der Verein betreut ca. 3.200 Frauen bundesweit und kämpft um Rentenansprüche, wie sie im Einigungsvertrag zur Überführung vorgegeben und noch nicht gewährt wurden. Es werden monatliche Informationstreffen und Kundgebungen organisiert, um sich dafür einzusetzen, dass die rechtmäßig während der DDR-Zeit erworbenen Ansprüche der geschiedenen Frauen auf eine angemessene Rente durchgesetzt werden.

Den 3. Preis, dotiert mit 300 Euro, erhielt der Frauenverein L.U.I.S.E. e.V. aus Wurzen, in dem 39 Frauen in einer Kleinstadt zum Vereinsleben beitragen und sich über 17 Jahre für die Belange der Frauen vor Ort engagieren. Zu Beginn konnte der Verein die Errichtung eines Spielplatzes durchsetzen und hat sich dann mit einem vielfältigen Beratungs-, Bildungs- und Kulturprogramm zu einem wichtigen Teil der Wurzener Kulturlandschaft entwickelt.