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Steigende Anzahl rechtsextremer Übergriffe in Sachsen

Landespolitik

Die Beratungsstellen für Betroffene rechtsextremer Gewalt des RAA Sachsen e.V. und die Opferberatung des RAA Leipzig e.V. legten am 16. Februar 2009 ihre Zahlen zu rechtsextremen Überfällen in Sachsen vor. Danach erhielten sie 2008 Kenntnis von 401 rechtsextremen Übergriffen.
Die Zahl der bekannt gewordenen Angriffe stieg somit um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr (308 Übergriffe) an.

Dabei gehen die Beratungsstellen von einer hohen Dunkelziffer aus. Die Beratungsstellen für Betroffene rechtsextremer Gewalt registrieren ausschließlich Angriffe, die sich direkt gegen Personen richten und keine Propaganda- oder Beleidigungsdelikte. Bei einem Großteil der Übergriffe handelte es sich um Gewaltdelikte gegen Menschen, so wurden im Jahr 2008 mindestens 295 Personen zum Teil schwer verletzt. Grit Armonies, Projektkoordinatorin der Opferberatungsstellen des RAA Sachsen e.V., erklärte: „Die Zahlen belegen, dass in Sachsen täglich Menschen Opfer rechtsextremer Gewalt werden. Es ist dringend geboten den Fokus von den Tätern auf die Opfer zu richten.“

Schwerpunkte der Übergriffe sind Dresden (66 Übergriffe) gefolgt von Leipzig (64 Übergriffe) sowie den Landkreisen Görlitz und Mittelsachen (je 49 Übergriffe). Die meisten Attacken richteten sich gegen – häufig junge – Menschen, die nicht dem rechtsextremen Spektrum angehören wollen. Die zweithäufigste Opfergruppe sind Menschen, die aus rassistischer Motivation heraus abgelehnt werden. Jenseits rechter Gewalttaten berichten zahlreiche Betroffene von einem hohen Maß an alltäglichem Rassismus. Eine Sonderrolle nimmt Sachsen beim rapiden Anstieg der rechtsextrem motivierten Brandanschläge ein. Während es im Jahr 2007 zu drei Brandanschlägen kam, wurde im vergangenen Jahr 18 Mal Feuer in Döner- und Asiageschäften und nichtrechten Projekten gelegt.